Autor Bill Bonner - Kolumne Eine Krise des 21. Jahrhunderts

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Bill Bonner Berichte & Kolumnen vom 30.09.2009

Quelle: Auszug aus dem Newsletter "Kapitalschutz Akte"

 
Eine Krise des 21. Jahrhunderts
Die Debatte um Inflation und Deflation wird heiß geführt... sie knistert und prasselt wie ein Kiefernfeuer. Aber sie strahlt auch ein wenig hilfreiches Licht aus. Abe Lincoln hat vielleicht im Lichte eines offenen Feuers gelesen. Aber als ich es versuchte, habe ich mir die Augenbrauen verbrannt. Das machte mir den Alten Abe verdächtig, vielleicht war er doch nicht so ehrlich, wie er vorgab. Später stellte ich fest, dass er ein Scharlatan war, aber das ist eine andere Geschichte.

Heute zünde ich mir eine Kerze an und versuche die Schatten an der Wand zu entziffern.

Als am Ende der vergangenen Woche sowohl der Dow als auch Gold an Wert verloren, fragte ich mich, ob die Regierung Erfolg damit haben wird, eine Inflation hervorzurufen. Oder würde sie scheitern? Würde der Dollar auch weiterhin fallen? Oder würde er sich als sicherer Hafen unter den Währungen erweisen, in einer Zeit der deflationären Schwierigkeiten?"

Den Zeitungen zufolge ist es der Regierung bereits gelungen. Die Regierung sagt, die Erholung sei auf dem Wege", heißt es in einer Schlagzeile.

Die Spinnen bauen wieder ihre Netze in den Austellungsräumen der Autohändler

Aus einer anderen Schlagzeile entnehme ich, dass die Regierung darüber nachdenkt, wann und wie sie sich aus ihren eigenen Interventionen herausziehen will. Aber wie wird die Wirtschaft aussehen, wenn sie einmal damit aufgehört haben, sich einzumischen? Sehen Sie sich nur die Zahlen der Autoverkäufe an. Die Leute haben Autos gekauft, solange sie von der Regierung bestochen wurden, es zu tun. Als die Bestechungen aufhörten, da fiel auch der Absatz der Autos. Jetzt ist das Programm vorbei und die Spinnen bauen in den Ausstellungsräumen der Autohändler wieder ihre Netze. Der Absatz ist zwischen August und September um 38% eingebrochen... auf den geringsten Wert in 28 Jahren.

Auch die Hausverkäufe sind durch die Steuervergünstigungen durch die Regierung nach oben getrieben worden. Einer Schätzung zufolge, hat bei 350.000 Hausverkäufen seit Januar die Intervention der Regierung geholfen - das sind ungefähr 80% aller Verkäufe. Was wird passieren, wenn dieses Programm im November ausläuft? Nun... ich will einmal raten... äh... die Hausverkäufe werden zurückgehen?

Und die Spekulanten machen sich Sorgen darüber, was passieren wird, wenn die Regierung ihre Interventionen in der Finanzindustrie beendet, was für Dezember geplant ist. Dank des Geldes der Steuerzahler, wurden den Bankern erspart, die Konsequenzen ihrer eigenen Dummheit tragen zu müssen. Stattdessen werden heute die Steuerzahler für ihre Fehler bezahlen. Niemand ist darüber besonders unglücklich. Die Steuerzahler wissen nicht, was da los ist. Und die Banker sind froh, dass sie auch weiterhin in dem Stile leben können, an den sie sich gewöhnt haben. Reuters berichtet:

Aufgrund seines Gehaltsbelegs würden sie nicht darauf kommen, aber Jiang Jianqing ist der Vorsitzende der größten Bank der Welt."

Jiang, Vorsitzender der Industrie und Handelsbank von China, hat im Jahr 2008 gerade mal 234.700 Dollar verdient. Das ist weniger als 2 Prozent der 19,6 Millionen Dollar, die Jamie Dimon erhalten hat, Geschäftsführer der viertgrößten Bank der Welt, JPMorgan Chase & Co."

Der Kontrast verdeutlicht die gewaltigen Unterschiede in den Gehältern unter den Geschäftsführern der größten Banken der Welt. Die Kompensationen der Geschäftsführer der größten amerikanischen Banken ragen weit über das hinaus, was an die Bankenchefs in anderen Teilen der Welt gezahlt wird, heißt es in einer Analyse der Gehälter der 18 größten Banken gemessen am Marktwert, die von Reuters durchgeführt wurden."

Die Vereinigten Staaten beherbergen vier der neun größten Banken der Welt - JPMorgan, Bank of America Corp, Wells Fargo & Co und Citigroup Inc. Amerika ist auch das Zuhause von vier der sechs am großzügigsten bezahlten Bankengeschäftsführer der Welt."

China gibt beispielsweise mit drei der vier größten Banken der Welt an, doch diejenigen an den Spitzen dieser Banken - der Industrial and Commercial Bank of China, der China Construction Bank Corp und der Bank of China - werden unter denen, die von Reuters untersucht wurden, am schlechtesten bezahlt werden. Der Vorsitzende und der Präsident jeder dieser Banken erhält grob 230.000 Dollar im Jahr."

Wenn die Möchtegern-Kapitalisten in Amerika ihren Geschäftsführern derart exorbitante Gehälter zahlen wollen, dann ist das ihre Angelegenheit. Doch dann kommt die Regierung des Weges... und jetzt bezahlen wir alle den Preis dafür. Und wenn das Programm im Dezember endet wie geplant, dann werden wir erkennen, wie weit die Wirtschaft ohne das Geld der Steuerzahler im Tank kommen kann. Mal sehen... sie wird wohl zum absoluten Stillstand kommen.

Doch ganz egal wie bösartig und dumm die Regierung auch sein mag, die Öffentlichkeit feuert sie an. Die Leute gehen davon aus, dass Bernanke eine zweite Weltwirtschaftskrise verhindert habe und dass die Regierung die Wirtschaft gerettet habe. Jetzt erkennen sie nichts anderes mehr als eine freie Bahn nach vorne... vielleicht mit einer kleinen Bodenwelle hier und da.

Was liegt vor uns? Ich weiß es nicht.

Und auch sonst weiß es niemand. Es gibt kein Beispiel. Nie zuvor hat eine große Zentralbank so unvorsichtig auf eine Marktkorrektur reagiert. Nie zuvor ist die monetäre Basis derart heftig explodiert. Nie zuvor mussten derartig viele Menschen, die so viele Rechnungen zu begleichen haben, einem Konjunktureinbruch entgegenblicken.

Doch inmitten von all dieser Verwirrung, Unsicherheit und Lärm... warte ich ganz ruhig, zuversichtlich und vertrauensvoll auf die Krise. Ja liebe Leser, ich weiß nicht, was der Markt tun wird. Ich weiß nicht, für wie viel Gold im nächsten Jahr verkauft werden wird. Ich weiß nicht, wo das Bruttoinlandsprodukt liegen wird. Aber wenn ich mir die Zeichen an der Wand ansehe, dann habe ich sehr stark den Eindruck, dass wir uns auf eine Krise zubewegen... und dass wir da so schnell nicht wieder herauskommen werden.

Nachdem das gesagt ist, muss ich die Leser warnen, dass sie jetzt nicht mit Suppenküchen und Leuten rechnen, die an der Straße Äpfel verkaufen. Das ist die Krise des 21. Jahrhunderts. Eine Krise mit iPhones und Twitter. Das ist nicht die Krise unserer Großeltern.

Es ist nicht die Krise unserer Großeltern, aber sie hat viele Elemente, die diese wiedererkennen würden.

Das Thema der Sparsamkeit wiederholt sich in jedem Jahrhundert, es ist nicht nur zyklisch."

Bei so viel Lärm... und so vielen Verzerrungen... ist es schwer zu sagen, was wirklich vor sich geht... und unmöglich zu wissen, wie die Märkte reagieren werden. Und dennoch gibt es einige Muster, die Sinn ergeben. Nach einer langen Phase des Kreditwachstums, schrumpfen die Kredite heute. Zumindest im Privatsektor. Und das wird sich vermutlich nicht ändern. Nun, es wird sich vermutlich nicht ändern, solange die Regierung nicht wahnsinnig wird. Wenn sie den Knopf der Hyperinflation drückt, dann wird sich das gesamte Bild radikal und sofort verändern. Aber das wird vermutlich in der näheren Zukunft noch nicht passieren... also wollen wir es für den Augenblick vernachlässigen.

Womit wir es gerade zu tun haben, ist eine Verbraucherwirtschaft, in der sich die Verbraucher einschränken. Abgesehen von den alten Schattenmustern an der Wand, bedeutet das einen Rückgang bei den Neueinstellungen, den Unternehmenseinkünften und den effektiven Preisen... und den Steuereinnahmen.

Aus New York heißt es, das Haushaltsdefizit würde auf drei Milliarden Dollar anwachsen. Und gegenüber an der sonnigen Westküste versucht Kalifornien Papiere im Wert von 8,8 Milliarden Dollar zu verkaufen, um das Defizit zu stopfen.

Die Mieten für Wohnungen in New York City brechen ein. Zahlungsrückstände bei Kreditkarten haben einen neuen Rekord erreicht. Und das Wall Street Journal schreibt, dass die Arbeitsplätze über die Feiertage im Einzelhandelssektor vermutlich knapp gesät sein werden.

Ganz zu schweigen von der Welle der Zahlungsrückstände bei den Hypothekenkrediten, die auf uns zukommen - und die schon im Gange sind.

Rückgang von Macht und Einfluss Amerikas

Eine weitere Sache, mit der man rechnen sollte, ist ein Rückgang der relativen wirtschaftlichen Macht und des politischen Einflusses Amerikas. Richard Duncan hat, zusammen mit dem Autor dieser Zeilen, die Geschichte verfolgt. Bloomberg berichtet:

Das amerikanische Haushaltsdefizit wird sich auch im nächsten Jahrzehnt vergrößern, und irgendwann ein nicht mehr tragbares Niveau erreichen, dass zu einem wirtschaftlichen Zusammenbruch führen könnte, heißt es von Richard Duncan, dem Autor eines Buchs zur Dollarkrise."

Die Vereinigten Staaten haben nur eine geringe Chance, die aus den Fugen geratende Finanzposition zu lösen, weil die Produktionsindustrie auch weiterhin schrumpft. Dadurch hat das Land nur wenig Güter für den Export, schreibt Duncan, der heute bei Blackhorse Asset Management in Singapur sitzt."

Die schlechte Nachricht ist, dass wir am Ende einer zehnjährigen Periode, immer noch nicht das Problem gelöst haben werden sagte Duncan in einem Interview in Hongkong. Irgendwann wird das zu hohen Inflationsraten führen und die ganze Sache bis zu einem Punkt destabilisieren, an dem es einen irreparablen Schaden geben wird. Es ist eine Art Niedergang Roms" Szenarium."

Der Niedergang Roms? Dieses Bild habe ich doch auch schon in einem Buch verwendet. Das Buch war ein solcher Erfolg, dass der Herausgeber um eine Neuausgabe gebeten hat, die in diesem Jahr in Amerika erscheinen wird.

Richard Duncan sang, mit Bloomberg an der Lead-Gitarre, mein Lied:

Das Haushaltsdefizit des Bundes wird in diesem Jahr bei insgesamt 1,6 Billionen Dollar liegen, während die Fehlbeträge insgesamt für die nächsten 10 Jahre mit 9,05 Billionen Dollar geschätzt werden, so die Projektionen des unparteiischen Haushaltsbüros im Kongress."

Die Vereinigten Staaten haben in jedem Jahr seit 1982 ein Leistungsbilanzdefizit entstehen lassen, außer in einem. Die Spitze lag im Jahr 2006 bei 788 Milliarden Dollar. Ausländische Käufe von amerikanischen Schuldtiteln haben den Dollar gestützt und einen kreditgestützten Ausgabenboom durch die Verbraucher des Landes ermöglicht, heißt es von Duncan.

Die amerikanischen Arbeitnehmer blicken jetzt vermutlich fallenden Löhnen entgegen und das könnte zu einem politischen Rückschlag für die Politik des freien Handels führen, sagte er. Die Arbeitslosenquote ist im August mit 9,7% auf den höchsten Stand in 26 Jahren gestiegen, während die Gehälter gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 2,6% verbuchen konnten."

Nachdem sich die Arbeitslosigkeit in der vorhersehbaren Zukunft bei bei über 10% halten wird, wird es nicht lange dauern, ehe die Vereinigten Staaten wieder anfangen, für den Protektionismus zu wählen", sagte Duncan. Das wird schlecht sein, weil Protektionismus bedeuten wird, dass der Welthandel zurückgeht und das wird den Wohlstand weltweit reduzieren."

Wenn die amerikanische Schuldenlast irgendwann zu groß wird und die Regierung die Schuldtitel nicht mehr an die Öffentlichkeit verkaufen, kann, dann wird die Bundeszentralbank einschreiten und die Schulden zu Geld machen, was dann zu einem hohen Niveau der Inflation führen wird, schloss er.
 
Quelle:
http://www.investor-verlag.de/eine-krise-des-21-jahrhunderts/107046392/
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