Autor Miriam Kraus - Rohstoffe Deutschland und seine Rekordverschuldung

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Miriam Kraus Rohstoffe Daily vom 02.07.2009

Quelle: Auszug aus Newsletter "Rohstoff Daily"

 
Deutschland und seine Rekordverschuldung
Kein Wunder eigentlich, dass unser Steinbrück immer so sauertöpfisch in die Runde blickt, wollte er doch als der Meister des Sparens in die Geschichte eingehen und wird nun der Finanzminister des Schuldenlochs sein.

Klar, er wollte das ja nicht, er musste eben - und so guckt er umso verbissener, wenn er vor den kommenden harten Zeiten warnt. (so was, ich dachte wir wären schon in der Krise)

Aber erst mal vergrößern sich die Schulden. Wissen wir ja alle: für das laufende Jahr plant der Bund eine Nettokreditaufnahme in Höhe von 47,6 Milliarden Euro (bis jetzt). Für das kommende Jahr weitere 86,1 Milliarden Euro. Insgesamt sollen bis 2013 rund 310 Milliarden Euro an Krediten aufgenommen werden.

Das ist nicht gut! Sowieso schon mal nicht, denn schließlich sind wir weder China, die sich das leisten könnten, noch die USA denen das herzlich egal wäre (verzeihen Sie mir meine flapsige infame Unterstellung).

Aber, da ist noch so ein Punkt der Probleme machen könnte, obwohl das bislang nicht der Fall ist, denn manchmal kann man auch einfach beschließen sich nicht an Dinge zu halten, an die man sich eigentlich mal halten wollte: dieser Punkt heißt Maastricht-Vertrag.

Den Maastricht-Kriterien gemäß, hat sich Deutschland eigentlich dazu verpflichtet, seine Gesamtverschuldung nicht über 60% vom Bruttoinlandsprodukt auflaufen zu lassen. Die Neuverschuldung darf nicht über 3% vom BIP steigen.

Und nun machen sie sich ein wenig Gedanken wegen dieser 3%-Klausel.

Seltsam, wo wir doch die 60%-Klausel schon nicht einhalten.

Eurostat zufolge betrug das deutsche BIP im vergangenen Jahr rund 2,5 Billionen Euro. Die Gesamtverschuldung lag im letzten Jahr bei 1,64 Billionen Euro. Das entspricht bereits 66% vom BIP.

Aber seis drum, wir wollen ja nicht kleinlich sein! (Übrigens, wenn Ihnen der Tipp mit der US-Schuldenuhr gefallen hat: auch für Deutschland haben Mitbürger ein Schuldenuhr ins Netz gestellt; Beispiele finden Sie unter: miprox.de oder silberknappheit.de)

Jedenfalls wird in Politiker-Reihen - ich weiß, ich erzähle nichts Neues- eifrig gestritten. Während die Einen was von Steuersenkungsplänen erzählen (was ich eher für ein Wahlmärchen halte), sprechen die Hardliner sogar schon wieder über Steuererhöhungen (was ich grundsätzlich, aber auch vor allem im Angesicht anhaltender Rezession für eine Horror-Geschichte halte).

Ehrlich gesagt, ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Mehrwertsteuererhöhung auf 25% ! auch nur irgendetwas Gutes bewirken kann. (Hätten sie sich doch lieber die Abwrack-Geschichte gespart und stattdessen dafür gesorgt, dass die Kreditwirtschaft weiter lebt).

Selbst wenn sie nach der Wahl die Mehrwertsteuer anheben, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz abschaffen, eine Reichensteuer einführen und (um Himmels Willen SPD) eine Börsenumsatzsteuer, dann kriegen sie damit schätzungsweise auch nur 40 Milliarden rein und gefährden damit jegliche zartkeimende Möglichkeit von Wiederaufschwung.

Aber, na ja, was hilft es schon sich jetzt darüber den Kopf zu zerbrechen - wie immer wird die Wahrheit sowieso erst nach der Wahl ans Tageslicht kommen.

Dennoch ist es mit Steuererhöhungen alleine nicht getan, wenn sich die Staaten - und ich meine nicht nur Deutschland - irgendwann wieder sanieren wollen. Doch dazu morgen mehr!

So long liebe Leser...Schulden wohin das Auge blickt...apropos, haben Sie letztens mal nach Asien geblickt?...das verlorene Japan schwimmt mit Schulden von 170% gemessen am BIP dahin (gemäß CIA FactBook)....Chinas öffentliche Schulden betragen gerade einmal 18,4% vom BIP....bis morgen

Ihre Miriam Kraus
 
Quelle:
http://www.investor-verlag.de/boersenwissen/rohstoffe/deutschland-und-seine-rekordverschuldung-/
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