Autor Bill Bonner - Kolumne Der Schuldenkuss

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Bill Bonner Berichte & Kolumnen vom 05.11.2009

Quelle: Auszug aus dem Newsletter "Kapitalschutz Akte"

 
Der Schuldenkuss
Regelmäßige Leser werden erkennen, dass es sich hierbei um den dritten Teil einer Serie handelt. Unregelmäßigen Lesern wird gar nichts auffallen. Sie werden mich ansehen als käme ich vom Mars. Die Erdlinge sind überzeugt davon, dass eine Finanzkrise kosmischer Ausmaße im vergangenen Herbst unsere Erde befallen hat. Wären diejenigen, die hier an der Macht sind, damals nicht entschlossen und schnell zur Tat geschritten, dann hätte es das Ende der Welt bedeutet. In den Köpfen der meisten Bewohner hat sich die Vorstellung abgezeichnet, dass die Politiker den Kapitalismus damit vor seinen eigenen Exzessen bewahrt hätten.

Meine Ansicht zu diesem Thema weicht davon ab, ist aber deswegen noch nicht außerirdisch. Es war einmal, vor gar nicht allzu langer Zeit, da war sie sogar respektabel. Der Kernpunkt meiner Nachricht von vor zwei Wochen war, dass die Schulden gefährlich sind.

Zuerst fühlen sie sich noch gut an. Aber belastet man eine Gesellschaft mit zu hohen Schulden - entweder im Privatsektor oder im öffentlichen Sektor - dann fällt dem früher oder später irgendwer zum Opfer. Und das ist auch der Grund dafür, dass die aktuelle Situation eine solche Freude für einen ernsten Wirtschaftswissenschaftler ist; er bekommt mehr Datenpunkte. Man kann sehen, wie viele Tropfen nötig sind, um das Fass zum Überlaufen zu bringen.

Einfach Augen zu und durch

Wie kommt man am besten durch eine Schuldenkrise? Einfach geradeaus durch war mein Rat in der vergangenen Woche. In den vergangenen tausend Jahren drehten sich die Geschäftszyklen auch ohne die Hilfe der Zentralbanker und der Wirtschaftswissenschaftler. Erst seit diese Genies sich für den Fall interessieren, gibt es die wirklich schwerwiegenden Probleme. Die Panik des Jahres 1920 - bei der die Regierung nichts getan hat - außer die Steuern und die Ausgaben zu senken - war schnell wieder vergessen. Auf die Panik des Jahres 1929 folgte jedoch ein massives Manipulieren und weitreichende Erklärungsversuche der Behörden.

Es brauchte 20 Jahre und einen Weltkrieg um das zu überwinden. Heute erinnert man sich noch unter dem Namen Weltwirtschaftskrise daran.

Martin Wolf, der mit ernster Stimme für die Intelligenzija in der Financial Times spricht, beklagt, dass das einzige, was noch schlimmer ist, als das System zu retten, wäre, wenn man es nicht retten würde." Aber er liegt falsch. Unter all den vielen Wohltaten, die die Wirtschaftswissenschaftler den dankbaren Menschen bringen, ist nicht die Verbesserung der Wirtschaft. Eine Wirtschaft ist etwas Natürliches. Man kann sie durch die Bemühungen von Unternehmern , durch die Sparsamkeit von Banker und den Schweiß der Feldarbeiter verbessern. Aber wenn es um die Politik der Makrowirtschaft geht, dann ist Duldsamkeit die Qualität, die sich auszahlt. Jedes Einschreiten der Regierung macht die Sache unabänderlich schlimmer.

Die Blasenära war, ebenso wie die Weltwirtschaftskrise, weitestgehend - wenn auch nicht vollständig - das Ergebnis einer Regierungsinitiative. Künstlich niedrige Zinssätze - deren Ziel es war, dem bescheidenen Abwärtstrend des Jahres 2001 entgegenzuwirken - haben die falsche Botschaft versendet. Die Verbraucher - ganz besonders in Großbritannien und in Amerika - haben Dinge gekauft, die sie sich nicht leisten konnten. Die Produzenten - besonders die in Asien - haben Dinge hergestellt, für die es nicht wirklich einen Markt gab. Die Schulden haben sich aufgetürmt. Ganze Berge davon.

Trügerisches Wirtschaftswachstum

Während die Verbraucher immer mehr konsumiert haben und die Produzenten immer mehr produziert haben, ist die Wirtschaft gewachsen. Aber ein großer Teil des Wirtschaftswachstums der Jahre 2001 bis 2007 war trügerisch. Das Wachstum basierte auf dem Ausgeben von Schulden, und nicht auf einem echten Anstieg der Kaufkraft. Die Schulden taten so, als wären sie echtes Geld. Es sah aus, wie etwas Echtes, aber das war es nicht. Es stimuliert die Wirtschaft genauso wie Falschgeld. Es löst Produktion und Konsum aus, aber von der falschen Art. David Stockman, der während der Regierungszeit Reagans Direktor des Office of Management and Budget war, geht davon aus, dass das Niveau des gefälschten Bruttoinlandsprodukts" allein in den vereinigten Staaten bei vier Billionen Dollar liegt.

Der Betrug wurde entdeckt, wenn man ihn auch missverstand, als die subprime-Kredite anfingen zu implodieren. Die Wirtschaft hatte zu viel des Guten abbekommen. Millionen von Häusern wurden gebaut, gekauft und verkauft. Jetzt konnten die Besitzer nicht mehr für sie bezahlen. Plötzlich fing das gefälschte Geld an zu verwittern. Die Kreditgeber, die Anleger und die Haushalten fingen alle an, die Schulden abzubauen, sie so schnell wie sie nur konnten abzuzahlen.

Anstatt das Offensichtliche zu erkennen, dass sie sich von Anfang an nicht hätten in die Wirtschaft einmischen sollen, fing die Regierung an, Betriebe in atemberaubenden Ausmaß zu retten. Die britische Regierung hat die Ausgaben auf 140% ihrer Einnahmen erhöht. Amerika hat heute Konjunkturprogramme, deren wirtschaftliche Auswirkungen denen des Zweiten Weltkriegs entsprechen.

Seit 1945 haben die beiden Seiten der Bilanz schon nicht mehr derartig abweichende Geschichten erzählt. Heute kommen auf einen Dollar bei den Steuereinnahmen zwei Dollar bei den Ausgaben. Großbritannien wird in den kommenden drei Jahren ungefähr 50% zu den Staatschulden hinzufügen. David Stockman rechnet damit, dass sich die Staatschulden Amerikas in den kommenden fünf Jahren fast verdoppeln werden.

Selbst bei einem solchen Niveau denken viele Wirtschaftswissenschaftler noch, dass die Regierung mehr tun sollte. Nobelpreisträger Paul Krugman ist einer davon. Richard Koo ist ein anderer. Sie haben gewarnt, dass die Vereinigten Staaten (und in Erweiterung ein großer Teil des Rests der Welt) ähnlich wie Japan ein verlorenes Jahrzehnt erleiden könnten, wenn die Regierung nachlässt, ehe die Verbraucher den Prozess der Entschuldung abgeschlossen haben.

Zumindest verstehen sie, was hier los ist. Zu schade nur, dass sie es nicht auf den Punkt bringen. Das Problem sind die hohen Schulden, und nicht die zu geringen Ausgaben. Den öffentlichen Sektor weiter zu verschulden hilft da nicht. Selbst Staatsschulden müssen bezahlt werden - wenn nicht vom Kreditnehmer, dann vom Kreditgeber. Die Regierungsvertreter sind verliebter als irgendein anderer Schuldenliebhaber im Laufe der Geschichte. Als nächstes werden wir sehen, wer dem zum Opfer fallen wird... oder zumindest, wer nicht mehr zahlen kann.
 
Quelle:
http://www.investor-verlag.de/der-schuldenkuss/107050012/
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